Warum Männer immer noch die Top-Etagen der Familienunternehmen dominieren

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Familienunternehmen gelten als traditionsreich, aber auch als frauenarm. In den großen familiengeführten Unternehmen gibt es nämlich weitaus weniger Managerinnen, als in Firmen, die börsennotiert sind. Studien zeigen, dass in den 100 umsatzstärksten Familienunternehmen der Anteil von Frauen in der Führungsetage nur bei rund sieben Prozent liegt. Im Vergleich dazu finden sich in den Konzernen, die an der Börse aktiv sind, fast drei Prozent mehr, nämlich insgesamt 10 Prozent Managerinnen. Die ganz großen DAX-Unternehmen punkten sogar mit 15 Prozent.

Familienunternehmen setzen auf Tradition – und die ist meistens männlich

Generell gelten Unternehmen, die in Familienhand bereits in zweiter, vierter, oder sogar der sechsten Generation geführt werden, als wahre Anpassungskünstler. Sie überleben und sind erfolgreich, weil sie die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkennen und entsprechend handeln. Allerdings gilt dies bei der Unternehmensführung nicht bezüglich des Frauenanteils. In Familienunternehmen werden Traditionen groß geschrieben, allerdings sind es nun genau diese Traditionen, welche Erneuerungsprozesse verhindern. Wenn die Familienunternehmen weiterhin vor Innovationen bezüglich der Führungsstruktur die Augen verschließen, könnte ihre Zukunftsfähigkeit in Gefahr sein.

In der Geschäftsführung von nur 29 der großen Familienunternehmen ist eine Frau zu finden. In den Topetagen arbeiten rund 30 Frauen – und ganze 406 Männer. Bei den Konzernen, die an der Börse aktiv sind, ist der Anteil an Frauen mit rund 10 Prozent am größten, wie beispielsweise Volkswagen, Merck, Henkel oder BMW. Deutlich schlechter sind die Unternehmen, die komplett im Familienbesitz liegen. Hier sind nur 4,8 Prozent Managerinnen zu finden.

Es handelt sich dabei vor allem um Unternehmen, die nicht sehr stark in der Öffentlichkeit präsent sind. In den heutigen Zeiten wird allerdings immer stärker erwartet, dass Chancengleichheit und Vielfalt transparent nach außen getragen wird. Insgesamt sieht es bei den Verwaltungs- und Aufsichtsräten besser aus. In den Kontrollinstanzen der großen familiengeführten Unternehmen findet sich ein Frauenanteil von 24,5 Prozent. Machtvolle Positionen werden innerhalb der Familie zum größten Teil den Männern anvertraut, beispielsweise der Vorsitz des Aufsichtsrates oder der Geschäftsführung. Weibliche Mitglieder finden sich nur bei zwei großen Familienunternehmen in dem Geschäftsführungsvorsitz: Bei dem Maschinenbauer Trumpf und der Medizinfirma B.Braun Melsungen.

Automobilindustrie hat Platz für Frauen – Auch in Führungspositionen

Die Studienergebnisse zeigen, dass besonders in der Autobranche Frauen durchaus die Chance haben, eine großartige Karriere zu machen. Bei BMW und Volkswagen ist der Anteil an Frauen recht hoch. Durch eine branchenspezifische Jobbörse finden Frauen genau den Job, den sie möchten und der zu ihren Fachkenntnissen und Interessenschwerpunkten passt. Auch die Personalabteilungen der großen Betriebe in der Autobranche nutzen diese Jobbörsen, um geeignete Nachwuchstalente zu finden – egal, ob weiblich oder männlich.

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